Estetalschule Hollenstedt
Cybermobbing
Aktionstage an der Estetalschule Hollenstedt
Handy und Internet haben im Alltag von Kindern und Jugendlichen einen festen Platz. Die vielen technischen Möglichkeiten führen aber auch zu neuen Problemen. Mit einer Vielfalt an Funktionen können die neuen Medien zu mächtigen Waffen werden, die vor allem Jugendliche aufeinander richten. Da werden peinliche Situationen oder Schlägereien gefilmt und verbreitet, beleidigende SMS verschickt oder MitschülerInnen über eine Online Community gezielt fertig gemacht. Die Themen Gewalt und Mobbing sind dabei nicht neu - die Formen und das Ausmaß allerdings schon.
Die aktuellen Entwicklungen waren für die Estetalschule Hollenstedt der Anlass das Projekt "Ich bin on und Du?" vom 09. - 13.01.2012 in den 7. Klassen anzubieten. Es handelt sich hierbei um Aktionstage zum Thema Cybermobbing und Internet, die von MitarbeiterInnen der Reso-Fabrik e.V., einem Träger der Kinder- und Jugendhilfe aus dem Landkreis Harburg, durchgeführt werden.
Die Gesamtkosten für die Aktionstage belaufen sich auf 2.500 Euro, von denen 1.000 Euro durch die Schule selber aufzubringen sind. Ein Betrag, der nicht einfach so aus dem Budget der Schule getilgt werden kann. Dank großzügiger Spenden der Volksbank Geest eG (Euro 500,-), der Laurens H.C. Spethmann Stiftung (Euro 250,-) sowie des Vereins Zukunftsräume e.V. (Euro 250,-) wurde die Umsetzung des Projektes in Hollenstedt ermöglicht. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Spender, ohne die die Aktionstage in Hollenstedt nicht hätten stattfinden können.
Ziel des Projektes war es, die Schüler im verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien zu schulen und Fragen des Respekts im Umgang miteinander zu klären. Und diese Sensibilisierung für die neuen Medien ist den MitarbeiterInnen der Reso Fabrik e.V. sehr gut gelungen.
Viele praktische Übungen erweiterten die Medienkompetenz der Jugendlichen. So veranschaulichten z.B. Fußspuren auf dem Boden den Weg einer (virtuellen) Botschaft im Netz. Mit Pappkartons wurde das World Wide Web nachgebaut und die Schüler waren überrascht, wie viele Informationen zwischen den verschiedenen Servern hin- und herlaufen, bevor sich überhaupt erst eine Internetseite öffnet. Zwei beeindruckende Kurzfilme zum Thema Mobbing sprachen die Gefühle der Jugendlichen an und verdeutlichten die Qual der Mobbingopfer.
Wie Mobbing funktioniert und wie schnell man zum Mittäter werden kann, erlebten die Schüler am Mittwoch, als die drei Klassen im Planspiel einen Mobbingvorfall durchliefen. Die anschließende Gerichtsverhandlung mit einem Polizeibeamten in der Rolle des Staatsanwalts verdeutlichte die Folgen solcher Straftaten für die Täter und ihre Opfer sehr anschaulich.
Viel diskutiert wurde auch über die Wünsche von Jungen und Mädchen im Netz. Was ist eigentlich das Beste am Internet - Chatten oder Onlinespiele? Einig wurden sich die Schüler hier nicht, aber es wurde viel diskutiert darüber was denn eigentlich so toll am Internet ist. Am letzten Tag durften Jungs und Mädchen in getrennten Gruppen besprechen, was für Wünsche sie an das jeweils andere Geschlecht in Bezug auf das Internet haben. Wünsche wie. "Warum schminkt ihr euch für die Fotos bei facebook so übertrieben, ohne Schminke seid ihr doch viel hübscher" und "Im Chat kann man mit euch viel besser reden als in der Schule" - gaben beiden Seiten Denkanstöße.
Das Thema neue Medien kann nie endgültig bearbeitet werden, aber wir hoffen, dass unsere Schüler durch die Anregungen während dieser 5 Aktionstage ein Stück weit sensibler mit Fragen zum Thema Internetnutzung, Datenschutz und Cybermobbing umgehen und nun wissen, wo sie sich Hilfe suchen können, wenn dann doch mal etwas schief geht.
Geschult wurden während der Projektwoche übrigens auch Eltern und Lehrer in einem Workshop zum Thema Internet. Schnell wurde deutlich, dass die Schüler den Erwachsenen hier in vielen Dingen weit voraus sind. Entscheidend ist, dass die Erwachsenen die Kinder nicht allein lassen mit den viele Einflüsse aus dem Netz. Ehrliches Interesse an den Aktivitäten des Kindes im Internet und eine behutsame Begleitung sind die besten Mittel zur Entwicklung einer Medienkompetenz.
Vielen Dank an die MitarbeiterInnen der Reso Fabrik e.V. für die Planung und Durchführung dieser spannenden und lehrreichen Woche
